Liebe KKV-Mitglieder, liebe Gäste des KKV-Stammtisches!

Fehlt uns was, wenn die Priester fehlen?

So haben wir das Thema für unseren Stammtisch

am Montag, dem 11. Februar 2019, im Schattodrom bei Helmut

mal genannt. Christliche Botschaft, christliches Handeln sind nicht am Kirchenraum gebunden. Zur Verkündigung der Frohen Botschaft ist jeder Christ berufen. Priester werden immer weniger geweiht, immer mehr erkranken – auch in jüngeren Jahren – oder sterben. Es werden weniger, das wissen alle, und dann gibt es noch die, in deren Gefühlswelt sich viele glauben gedanklich auskennen zu können: Die Priester, die am Zölibat scheitern, sich zu ihrem Scheitern bekennen, weil sie ihre Glaubhaftigkeit nicht verlieren wollen und dann erst einmal ausgemustert werden.

Hanno Jartwig verspürte den Ruf Priester zu werden. Er folgte diesem Ruf. Vier Jahre war er in unserem Bistum als Priester, als Seelsorger aktiv. Er wurde Vater, musste sein Amt aufgeben, weil er sich zu seinem Kind auf jeden Fall bekennen wollte, und wurde Lehrer. Erst katholischer Priester und dann „offizielle“ Kinder, das geht seit Jahrhunderten schon nicht mehr – offiziell. Erst Kinder, dann Priester ist da schon einfacher, wenn man evangelisch anfängt. Die Freude über einen Konvertiten verdrängt den Zölibat, auch offiziell. Da wird Logik schwierig und Glaubwürdigkeit im Glauben dünn.

Hanno Jartwig ist 57 Jahre alt, verheiratet, hat 2 Kinder und unterrichtet Religion an der Viersener Gesamtschule. Er hadert nicht mit seinem Lebenslauf. Er hat sich die positive Sicht auf seinen katholischen Glauben bewahrt. Er berichtet gerne, wie Gott in ihm wirkt, wie er christliche Botschaft mit Freude verkündet und er beantwortet unsere Fragen. Da tun sich ganz schnell ganz viele auf, wenn man „so einen“ Ex-Priester zu Gast hat. So war unser kleines Vorgespräch schon fast länger als der offizielle Teil unserer Stammtische.

Hanno Jartwig schaut ohne Häme zurück, aber noch lieber nach vorne. Fragen wir ihn, was wir schon immer wissen wollten oder ob es stimmt, was wir zu wissen glauben. Schauen wir aber vor allem nicht nur zurück, sondern auch nach vorne. Dann sind wir mitten in unserem Thema (s.o.).


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